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Persönlichkeitsstörungen

Was Sie über die Erkrankung wissen sollten

Bei diesen tief verwurzelten Störungen zeigen sich lang anhaltende Zustandsbilder und Verhaltensmuster, die als unflexible Reaktionen auf unterschiedliche persönliche Lebenslagen und verschiedene soziale Situationen in immer ähnlicher, scheinbar unveränderbarer Weise erscheinen. Bestimmte Persönlichkeitseigenschaften erscheinen stark vordergründig und gehen für die betroffene Person meist mit persönlichen und sozialen Beeinträchtigungen einher. Beginnend in der Kindheit und Jugend, manifestieren sich schwerwiegende Störungen der charakterlichen Konstitution und des Verhaltens im Erwachsenenalter.

Was ist eine Persönlichkeitsstörung?

Nicht jede scheinbar kauzige Eigenschaft oder unliebsame Gewohnheit ist eine Störung.

Bei den betroffenen Personen findet man gegenüber der Mehrheit der Bevölkerung deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in Beziehungen zu anderen. Es sind verschiedene Funktionsbereiche der Persönlichkeit und des alltäglichen Lebens eingeschränkt. Häufig kommt es dadurch zu starken und anhaltenden Beeinträchtigungen der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit.

Je nach Art der Persönlichkeitsstörung leiden die Betroffenen unter Beeinträchtigungen in unterschiedlichen Bereichen auf unterschiedlichen Ebenen, wollen dementsprechend manches ändern, anderes nicht. Unter Umständen werden aufgrund der persönlichen Wahrnehmung die eigenen Probleme an anderen Stellen vermutet als es etwa das soziale Umfeld zurückmeldet. Es kann daher zu starken Problemen im Umgang mit Ablehnung und Kritik kommen, die die belastenden Probleme verstärken (z. B. Selbstwertschätzung, Selbstfürsorge, sozialer Rückzug, übermäßige Genauigkeit, es jedem immer recht machen wollen, niemandem mehr vertrauen können, „alles auf die Goldwaage legen“, sich als Außenseiter fühlen, sich von einer wachsenden Mehrheit bedroht fühlen usw.).

Beispielsweise kann es bei einer selbstunsicheren (ängstlich-vermeidende) Persönlichkeitsstörung dazu kommen, dass die Person ihre eigenen Leistungen und sich selbst als Person in einer Weise hinterfragt, dass eine andauernde übermäßige Ängstlichkeit zu einem enorm eingeschränkten Lebensstil führt, der die Symptomatik und die Belastung immer weiter verstärkt.

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Bei den unterschiedlichen Persönlichkeitsstilen spielen regionale und kulturelle Unterschiede eine wichtige Rolle. Daher ist die Unterscheidung zwischen Persönlichkeitsstörung (in der Kindheit beginnend und anhaltend, mehrere Bereiche betreffend) und anderen psychischen Störungen und Beeinträchtigungen, z. B. nach einschneidenden Erlebnissen oder organischen Erkrankungen, besonders wichtig und erfordert eine besonders ausführliche Diagnostik.

Was Sie über die Behandlung wissen sollten

Man geht heute davon aus, dass es aufgrund der sich fortsetzenden Persönlichkeitsentwicklung möglich ist, auch schwerwiegende Persönlichkeitsstörungen positiv zu beeinflussen.
Nach Fiedler (1999) ist die Persönlichkeitsreifung ein kontinuierlicher Prozess, der sich das ganze Leben lang vollzieht. Damit gelten Persölichkeitstörungen allgemein als behandelbar, im Gegensatz zur früheren Ansicht, dass die Persönlichkeit mit zunehmendem Alter weitgehend ausgereift und unverändlerlich sei.

Die Behandlung kann je nach Einzelfall in einem unterschiedlichen Rahmen erfolgen:

  • Stationär auf unseren allgemeinpsychiatrischen oder störungsspezifischen Stationen (Station 9, Station 10). Auf Wunsch bietet unser Krankenhaus privat versicherten Patienten sowie gesetzlich versicherten Patienten (hier als zusätzliche Wahlleistung) die Möglichkeit des Aufenthaltes auf unserer Privatstation.
  • Teilstationär in einer unserer Tageskliniken.
  • Ambulant über unsere Psychiatrische Institutsambulanz.

Ihre Behandlung erfolgt durch ein Team bestehend aus Fachärzten, Psychologen und Psychotherapeuten, Fachpflegepersonal sowie Sozialarbeitern, Ergo- und Physiotherapeuten. Durch ihre Zusammenarbeit kann die Behandlung auf verschiedenen Ebenen erfolgen und Sie auf diese Weise gezielt unterstützen und umfassend begleiten.

Die Behandlung beinhaltet in unterschiedlichen Schwerpunkten folgende Elemente:

  • fachärztliche Untersuchungen und Gespräche
  • ausführliche psychologische Diagnostik
  • psychologische/psychotherapeutische Einzel- und Gruppengespräche (verhaltenstherapeutisch und tiefenpsychologisch orientiert)
  • je nach individueller Indikation bei ambulanter Behandlung:
  • Ergotherapie
  • Physiotherapie und Sporttherapie (Schwimmen, Gymnastik)
  • Sozialberatung
  • Entspannungsverfahren (u.a. Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Autogenes Training, Konzentrative Entspannung, Yoga)
  • Kommunikative Bewegungstherapie
  • Maltherapie
  • Musiktherapie

Näheres finden Sie unter Therapieangeboten.