Evangelisches Krankenhaus Bethanien

Wir begleiten

Posttraumatische Belastungsstörungen

Was Sie über die Erkrankung wissen sollten

Die Posttraumatische Belastungsstörung ist eine psychische Störung, die als Reaktion auf eine unvorhergesehene schwere Belastung eintreten kann.

Diese Belastungen gehen über andere Stresssituationen, die im Leben mehr oder weniger vorhersagbar sind (z. B. Überforderung durch steigende Arbeitsbelastung) und zu anderen psychischen Störungen führen können, deutlich hinaus.

Es handelt sich um kurz oder lang anhaltende Ereignisse von katastrophalem Ausmaß oder außergewöhnlicher Bedrohung für die betreffende Person. In diesem Sinne spricht man von traumatischen Ereignissen, da sie bei nahezu jeder Person in jedem Alter eine extreme Überlastung bedeuten würden.

Dazu zählen z. B. Naturkatastophen, Zugunglücke, Flugzeugabstürze, Verkehrsunfälle, Überfälle, bewaffnete Auseinandersetzungen, Vergewaltigung, Folter, Inhaftierung, Entführung.

Auf diese „persönlichen Katastrophen“ reagieren Menschen sehr unterschiedlich. Manche Menschen zeigen kurz darauf (meist innerhalb von 6 Monaten) eine Reihe von Symptomen, die zusammen als Posttraumatische Belastungsstörung bezeichnet werden.

Ein Hauptsymptom ist das Wiedererleben des Ereignisses in schmerzhaften Erinnerungen und Alpträumen.

Dazu kommt eine gewisse Übererregtheit (Schreckhaftigkeit, Nervosität, Schlafstörungen) sowie eine „emotionale Taubheit“ (Gefühl des Abgetrenntseins von der Außenwelt, reduzierte Empfindsamkeit).

Ängste, Gereztheit, Niedergeschlagenheit und Schuldgefühle treten ebenfalls häufig auf.

Einige dieser Veränderungen bemerkt die Person an sich selbst, andere werden vielleicht eher vom Umfeld wahrgenommen. Geraten die Betroffenen in ähnliche Situationen, oder Situationen, die sie in irgendeiner Weise an das traumatische Ereignis erinnern, erleben sie oft eine Verschlimmerung der Symptome.

Die meisten Betroffenen meiden den Ort des Geschens (z. B. Unfallort) und/oder beginnen ähnliche Situationen (Straßenverkehr allgemein) zu vermeiden, was unter Umständen zu erheblichen Einschränkungen im Alltag und zu weiteren Belastungen führen kann.

Häufig wird aus Angst oder Scham wenig über das Erlebte gesprochen. Deshalb ist es um so wichtiger, sich an Beratungsstellen oder Ihren Hausarzt zu wenden, um möglichst bald Hilfe zu erhalten.

Sie können sich auch direkt an uns wenden (siehe Behandlung). Eine frühzeitige Diagnostik und Klärung z. B. in unserer Psychiatrischen Institutsambulanz kann einem schwereren Verlauf vorbeugen.

Was Sie über die Behandlung wissen sollten

Die Behandlung erfolgt individuell je nach persönlicher Situation der betroffenen Person und Schwere der aktuellen Symptomatik in unterschiedlichem Rahmen:

  • Ambulant über unsere Psychiatrische Institutsambulanz.
  • Teilstationär in einer unserer Tageskliniken.
  • Stationär auf unseren allgemeinpsychiatrischen oder störungsspezifischen Stationen (Station 9, Station 10). Auf Wunsch bietet unser Krankenhaus privat versicherten Patienten sowie gesetzlich versicherten Patienten (hier als zusätzliche Wahlleistung) die Möglichkeit des Aufenthaltes auf unserer Privatstation.

Ihre Behandlung erfolgt durch ein Team bestehend aus Fachärzten, Psychologen und Psychotherapeuten, Fachpflegepersonal sowie Sozialarbeitern, Ergo- und Physiotherapeuten. Durch ihre Zusammenarbeit kann die Behandlung auf verschiedenen Ebenen erfolgen und Sie auf diese Weise gezielt unterstützen und umfassend begleiten.

Die Behandlung beinhaltet in unterschiedlichen Schwerpunkten folgende Elemente:

  • fachärztliche Untersuchungen und Gespräche
  • ausführliche psychologische Diagnostik
  • psychologische/psychotherapeutische Einzel- und Gruppengespräche (verhaltenstherapeutisch und tiefenpsychologisch orientiert)
  • je nach individueller Indikation bei ambulanter Behandlung:
    • EMDR (spezielle Traumatherapeutische Intervention)
    • IPT (ambulante Gruppenpsychotherapie bei Verlusterfahrungen und Interaktionsstörungen)
  • Ergotherapie
  • Physiotherapie und Sporttherapie (Schwimmen, Gymnastik)
  • Sozialberatung
  • je nach aktueller Indikation und psychischer Stabilität:
    • Entspannungsverfahren (u.a. Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Autogenes Training, Konzentrative Entspannung, Yoga)
    • Kommunikative Bewegungstherapie
    • Maltherapie
    • Musiktherapie

Näheres finden Sie unter Therapieangeboten.