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Erste Kneipp-Tagespflege in MV

Die Tagespflege „Paul-Gerhardt“ der Johanna Odebrecht Stiftung in Greifswald ist seit dem 11. September 2019 eine vom Kneipp-Bund e.V. anerkannte Einrichtung. Der Vertreter des Kneipp-Bundes, Bodo Clemens, hat nach erfolgreicher Zertifizierung das Gütesiegel überreicht. Die Greifswalder Senioreneinrichtung ist die erste Kneipp zertifizierte Tagespflege in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt arbeiten im Nordosten 37 Kindertagesstätten, sechs Schulen und sechs Pflegeheime sowie die Kneippkurorte Feldberg und Göhren auf Rügen nach dem bewährten Gesundheitskonzept und den Richtlinien des Kneipp-Bundes.

Die Senioren in der Tagespflege „Paul-Gerhardt“ nutzen bereits seit drei Jahren die Vorteile der Kneipp-Therapie. Dazu stehen im Außen- und Innenbereich die entsprechenden Kneipp-Becken zur Verfügung. Die Mitarbeiter haben dafür eine umfassende Schulung absolviert, so dass jetzt auch die Voraussetzungen für eine reguläre Zertifizierung für eine Laufzeit von vier Jahren gegeben waren.

Wissenschaftliche Studien bestätigen das Erfolgsrezept
Mit den fünf Elementen der Kneippschen Gesundheitslehre lässt sich in der Pflege älterer Menschen viel erreichen, wie bereits Studien bestätigen. An der bislang größten wissenschaftlichen Studie der Charité Berlin haben sich auch Pflegeeinrichtungen in MV beteiligt. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Einbindung naturheilkundlicher Maßnahmen in den Pflegealltag ein Zukunftsmodell für die Versorgung älterer und pflegebedürftiger Menschen sein kann. Die betreuten Menschen können Beschwerden besser begegnen und machen die Erfahrung, dass individuell eingesetzte Wasseranwendungen, persönlich zusammengestellte Heilkräutermischungen, eine möglichst gesunde Ernährung sowie ein passendes Bewegungsangebot sowie die entsprechende Betreuung auch der Seele äußerst guttun. In jüngster Zeit integrieren deshalb immer mehr Senioreneinrichtungen bundesweit das ganzheitliche Gesundheitskonzept nach Sebastian Kneipp in ihre Arbeit.

„Durch unsere Arbeit seit 2016 nach der Kneippschen Lebensphilosophie können wir diese Studienergebnisse absolut bestätigen“, betonte Dirk Mischkale von der Odebrecht Stiftung. „Wir haben deshalb unsere Tagespflege immer stärker an das ganzheitliche Gesundheitskonzept angepasst, die Therapiemöglichkeiten ausgebaut und in die Weiterbildung der Mitarbeiter zu Kneipp-Trainern und Mentoren investiert.“

 

Von Ringelblumensalbe, Löwenzahnblütenhonig und Weißdorntee
Eine von zwei ausgebildeten Kneipp-Trainern ist Ingrid Ewert. Die 57-Jährige hat die Kneipp-Idee seit 2016 nach und nach mit zwei weiteren Kneipp-Mentoren in der 2010 eröffneten Greifswalder Tagespflege mit 17 Plätzen integriert. „Das Konzept ist recht vielfältig, so dass fast jeder unabhängig vom persönlichen Gesundheitszustand und auch im hohen Alter davon profitieren kann. Die älteste Teilnehmerin ist aktuell 93 Jahre“, so die Kneipp-Expertin. „Jede Anwendung ist auch eine persönliche Zuwendung mit hohem Verwöhneffekt. Außerdem ist Kneipp nicht nur eine große Bereicherung für unsere Tagespflegegäste, sondern auch für uns Mitarbeiter. Das Plus an Lebensqualität und Zufriedenheit kommt auch uns zugute.“

Besonders beliebt sind die wohlduftenden Aufgüsse für die Füße und Hände, aber auch die Bürstenhandmassagen und Kniegüsse. Wer etwas fitter ist, traut sich bei entsprechendem Wetter sogar barfuß durch das Außenbecken oder über den Tretpfad mit Kies, Steinen und Tannenzapfen. Zur Kneiptherapie gehören darüber hinaus gemeinsame Spaziergänge, regelmäßige altersgerechte Sporteinheiten und die Verarbeitung der selbstgezüchteten Kräuter und Wildblumen. „Insbesondere das Ernten und Verarbeiten der Petersilie, Schnittlauch und Minze oder weiterer Pflanzen führt unsere Tagesgäste auch ein wenig zurück in die Jugendzeit. Da sind viele mit großer Begeisterung dabei“, so Ingrid Ewert.
Aus den Kräutern und Blumen werden sowohl Produkte für die Körperpflege wie beispielsweise Ringelblumensalbe als auch für den Verzehr hergestellt. So wird frischer Quark mit Schnittlauch ebenso gern genossen wie der leckere Löwenzahnblütenhonig oder diverse Teesorten aus Salbei, Weißdorn oder Lindenblüten und das Minzwasser.

Um die Vielfältigkeit der Kneippschen Lehre aufzuzeigen, sind anlässlich der heutigen Zertifizierung die Angehörigen zu einem Infonachmittag eingeladen. Die Pflege- und Betreuungskräfte möchten zusammen mit ihren Tagesgästen einen Einblick geben, wie das Kneipp-Konzept in der Tagespflege mit Leben erfüllt wird. „Aufgrund der positiven Erfahrungen werden wir das Naturheilkundeverfahren auch auf weitere Einrichtungen der Odebrecht-Stiftung ausweiten“, kündigte Dirk Mischkale abschließend an.

Hintergrund Kneipp-Bund e.V. (www.kneippbund.de)
Seit 1897 sieht der Kneipp-Bund seine Kernaufgabe darin, das von Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) entwickelte ganzheitliche Gesundheitskonzept für Körper, Geist und Seele zu verbreiten. Aus der ursprünglichen Wasser- und Kräuterheilkunde entstand ein ganzes und hoch anerkanntes Gesundheitskonzept mit den fünf Eckpfeilern Wasser, Bewegung, Ordnung, Ernährung und Heilpflanzen. Der Kneipp-Bund zertifiziert seit 1958 Einrichtungen, in denen das Kneippsche Gesundheitskonzept im Alltag umgesetzt wird. Das Gütesiegel des Kneipp-Bund e.V. tragen bundesweit inzwischen rund 700 Einrichtungen, darunter Gesundheitshöfe, Senioreneinrichtungen, Kurbetriebe, Campingplätze, Schulen sowie bald 400 Kindertageseinrichtungen. Zum Kneipp-Bund e.V. gehören gegenwärtig rund 600 Kneipp-Vereinen mit etwa 160.000 Mitgliedern.